28. April 2013
Une tablette
Auch hier in Frankreich gibt es diese holländisch klingenden Versender von Pflanzen, Blumenzwiebeln, Sämereien und sonstigem Grünzeug. Ständig sind von denen Kataloge im Briefkasten – die ich mir aber auch ganz gerne anschaue. Das gibt manchmal nette Ideen und Anregungen. Wenn man da bestellt, gibt es natürlich auch immer jede Menge Geschenke dazu. Kürzlich z.B. stand dick und fett vorne auf dem Katalog “Ihr Geschenk: eine Gartenmöbelgarnitur aus Holz, bestehend aus einem Tisch, acht Gartenstühlen, zwei Liegestühlen und zwei Pflanzenübertöpfen, das Ganze im Wert von 1.200 Euro!” Wow, ist das nicht einfach unglaublich! Wenn man dann den Katalog durchblättert, findet man irgendwo die Modalitäten dazu (und zwar so klein gedruckt, dass ich das kaum mit Leos Lesebrille entziffern konnte): Nicht jeder bekommt so eine Gartenmöbelgarnitur, es wird auch nicht ausgelost, sondern der Gewinner wird durch ein Punktesystem ermittelt. Die Punkte setzen sich aus den Buchstaben des Vor- und Nachnamens zusammen, und zwar gibt A 1 Punkt, B 26 Punkte, C 2 Punkte, D 25 Punkte usw. bis zum Z, das 14 Punkte erhält. Die besten Chancen hat also, wer Bdbdbdbd Dbdbdbdb heißt. Wer dann Fhfhfhfhf Hfhfhfhf heißt, ist zweiter und kriegt nur noch die Liegestühle. Wenn zwei Leute Bdbdbdbd Dbdbdbdb heißen, wird das Punktesystem auch noch auf die Adresse angewandt. Wer leider irgendwelche ganz normalen Namen hat, kriegt aber auf jeden Fall so einen Holz-Pflanzenübertopf. Also ziemlich hohl, das Ganze. Diese Gartenmöbelgarnitur hätte ich sowieso nicht haben wollen. Anders sah es dann schon aus, als der nächste Katalog vorne drauf “Une tablette tactile” versprach, einen Tablet-PC. Für solch einen Technik-Schnickschnack bin ich ja meist zu haben
Ich habe den Katalog von vorne bis hinten durchgeblättert und nach ähnlich blödsinnigen Gewinn-Modalitäten wie bei den Holzmöbeln gesucht, aber da war nichts. Man sollte einfach nur ankreuzen, dass man diese «tablette» reservieren möchte. Noch nicht mal bestellen müsste man, aber dann hätte man die «tablette» erst nach drei Monaten bekommen. Hmmm. Also da waren ja schon schöne Sachen in dem Katalog, Pflanzen, die ich in Gartenmärkten noch nie gesehen hatte, und auch gar nicht mal teuer… Also habe ich zwei Teile bestellt – und natürlich angekreuzt, dass ich die «tablette» haben will. Kurz darauf kam auch ein Päckchen mit den zwei Teilen, und mit einem Schreiben, in dem stand, dass die Reservierung für meine «tablette» eingegangen sei, und um sie zu bekommen, müsste ich einfach nur auf dem beiliegenden Bestellzettel ankreuzen, dass ich sie nun wirklich haben will. Natürlich würde ich sie auch bekommen, wenn ich nichts bestelle, aber dann erst in drei Monaten. Hmmmmmm. Inzwischen war ich einfach neugierig, was sie sich wohl im nächsten Schreiben einfallen lassen würden, um einen nochmal zu vertrösten – und außerdem wollte ich sowieso noch zwei Sachen aus dem Katalog haben und habe also nochmal bestellt. Diesmal hat es dann ewig gedauert, bis eine Lieferung kam, ca. zwei Wochen. Als ich den Karton aufgemacht habe, glaubte ich meinen Augen kaum, denn außer den zwei bestellten Sachen war auch ein Karton drin – la tablette tactile!
Neu und unbenutzt, mitsamt Etui, 7 Zoll groß, Fabrikat Gonomad. Noch nie gehört. Die ersten Versuche mit dem Teil verliefen dann nicht ganz so wie erwartet. Von meinem kleinen Samsung-Smartphone kenne ich es, dass man nur ganz leicht über den Bildschirm streicht, und es tut sich was. Nicht so bei der «tablette», da muss man mehrmals heftig streichen und mit dem Finger noch heftiger draufdotzen, ehe sich was tut. Also nicht wirklich tactile. Außerdem ist das Teil unglaublich laaaangsaaaam, der vollgeladene Akku war nach zweieinhalb Stunden leer, und wenn es denn überhaupt gelang, Apps runterzuladen, ging beim anschließenden Versuch, diese zu starten, gar nichts mehr. Auf der Gonomad-Internetseite war nicht viel hilfreiches zu finden. Dort gibt es aber z.B. für 27 € einen stärkeren Akku zu kaufen. Das Gerät selbst kostet dort 99 €. Auch eine Anleitung für das Gerät kann man da zum Download bekommen – für 4,90 €! Na danke. Ein paar Foren, in denen es um Gonomad geht, habe ich ebenfalls gefunden. In denen wurde offensichtlich, dass wohl kaum ein Besitzer seinen Gonomad gekauft hat, sondern ein Großteil hatte ihn als Zugabe zu einem Zeitschriftenabo bekommen. Wer mal richtig viele böse französische Ausdrücke lernen will, der sollte in diese Foren schauen. Ich habe dort niemanden gefunden, der begeistert von dem Teil ist. Was bemängelt wurde, kam mir bekannt vor: das Ding ist nicht wirklich tactile, unglaublich laaaangsaaaam, Akku ist ruckzuck leer, viele Apps lassen sich nicht starten… Es gibt ja diesen Spruch mit dem geschenkten Gaul, nagut, also NUR negativ ist es nicht. Man kann z.B. gut Sudoku drauf spielen. Und laut Leo auch Solitaire. Und… äh… sonst fällt mir grad nichts nicht Negatives ein. Schade eigentlich, so ein Teil könnte bestimmt Spaß machen.
Aber immerhin, von den gekauften Stauden bzw. Zwiebeln schaut schon das erste Grün aus der Erde.
Was gibt es sonst?
Es sprießt im Garten. Hier z.B. hinter dem Strohfeld sieht man die Kartoffeln.
In unserer Nähe ist ein Spargelanbauer, der zum einen Supermärkte beliefert, und bei dem man zum anderen auch frischen Spargel direkt kaufen kann. Vor zwei Wochen hatten wir den ersten, und er war absolut köstlich, genau wie der, den wir heute hatten.
Brüno hatte letzten Montag Geburtstag und ist jetzt sechs Jahre alt. Geschenke nimmt er gerne auch noch nachträglich entgegen.
Letzten Samstag haben wir einen Besuch zum Flughafen gebracht und sind anschließend ein wenig durch Bordeaux gebummelt. Es war genauso voll wie Samstags auf der Zeil, und dieser eine Nachmittag hat erst mal wieder gereicht. Auf dem Lande ist es doch schöner
7. April 2013
Ein paar Fotos
Und wieder hatten wir Besuch, der nun (leider) wieder fort ist. Bevor nächste Woche der nächste Besuch kommt, hier mal wenigstens ein paar Fotos zwischendurch:
Das Blumenbeet rechts neben dem Weg ist inzwischen auch fertig und ein wenig bepflanzt. Jetzt müssen nur noch all die kleinen Pflänzchen im Gewächshaus größer werden, damit sie dorthin gesetzt werden können.
Leo hat hinten auf der Wiese eine Brücke über den Bach gebaut, damit der hintere Teil des Gartens besser zugänglich für z.B. den Rasenmäher ist. Diesmal hat nicht Jacques assistiert, sondern die zwei Nachbarshühner, die jeden Tag durch den Zaun gekrochen kommen, da sie sich offensichtlich lieber bei uns aufhalten. Wie man sieht, sind sie sehr zutraulich.
Außer den zwei Hühnern kommt auch täglich eine Entenbande von nebenan, bestehend aus vier Erpeln und einer Ente. Wenn sie anfangen, den Gemüsegarten unsicher zu machen (wie hier), schreiten wir allerdings ein. Manchmal schreitet auch Brüno ein, wenn er grad in der Nähe ist.
Zwei der Bäume vor dem Haus, von denen wir wussten, dass es Ahornbäume sind, konnten wir jetzt anhand der Blüte als Eschen-Ahorn identifizieren. Sie sehen momentan sehr hübsch aus.
Auch der blühende Pfirsichbaum macht sich sehr schön.
Von den letztes Jahr ausgesäten Pflanzen sind einige recht groß und kräftig, hier z.B. eine Fackellilie …
… und ein Rittersporn. Mehr Fotos davon, wenn sie mal blühen.
Wie man sieht, müsste dringendst mal wieder gemäht werden. Leo hat inzwischen schon einiges mit der Motorsense gemäht, aber für den Rasenmäher ist es noch zu feucht, da es zwischendurch einige Male geregnet hat.
Katzen sind saubere Tiere? Na ich weiß nicht.
Unsere sind kleine Dreckschweinchen, die es lieben, sich auf der Erde zu wälzen. Zwar machen sie sich dann auch irgendwann wieder sauber, aber vorher haben sie erstmal einiges von dem Dreck im Haus abgeladen. Vielleicht sollten wir eine Waschanlage in die Katzenklappe einbauen.
Entweder blüht der Ginster in diesem Jahr viel üppiger als sonst, oder uns ist das in den letzten zwei Jahren nicht so aufgefallen, jedenfalls ist das wirklich enorm. Überall neben den Straßen und in den Wäldern leuchtet es gelb.
À propos in den letzten zwei Jahren. Morgen vor zwei Jahren sind wir umgezogen. Wahnsinn, wie schnell die Zeit geflogen ist seitdem.
24. März 2013
Nicht viel neues
In der Zwischenzeit hatten wir zwei mal nacheinander Besuch. Seitdem wir hier wohnen, sind wir ja äußerst beliebt und ein willkommenes Besuchsziel
Der erste Besuch, zwei Nichten, kam gerade an dem Tag, als in Deutschland Schneechaos war. Daher war der Flug fast vier Stunden verspätet. Und damit nicht genug, auch die beiden Koffer der Mädels waren nicht mitgekommen. Was bedeutete, nochmal eine Stunde am Flughafen in der Schlange zu stehen, um die Koffer-Vermisstenanzeige aufzugeben, denn es waren jede Menge Leute, deren Koffer ebenfalls nicht mitgekommen waren. Die Koffer kamen dann übrigens am Tag, nachdem die Mädels wieder abgeflogen waren, in Bordeaux an. Merke: wichtige Sachen immer ins Handgepäck
Der zweite Besuch schloss sich dann fast nahtlos an. Auf diese Weise sind wir in den letzten zwei Wochen zwei mal zu einem Strandspaziergang gekommen.
Neben unserem “normalen” Kartoffelanbau testen wir dieses Jahr auch mal das Kartoffelwachstum unter Stroh statt unter Erde. Wir haben an unterschiedlichen Stellen darüber gelesen, und angeblich soll das gut klappen. Schaun wir mal. Hier auf dem Foto ist das Feld erst zur Hälfte mit Stroh bedeckt.
Außerdem hat Leo jede Menge ausgesät, unter anderem Möhren, in der Hoffnung, dass sie dieses Jahr was werden, denn letztes Jahr kam gar nichts, und im ersten Jahr glaube ich eine einzige.
Das Blumenbeet links neben dem Weg zum Gemüsegarten ist fertig und wird nun so langsam mit Pflanzen bestückt, bzw. habe ich ein paar Sachen ausgesät. Ich bin gespannt, wie es aussehen wird. Das Wetter ist jedenfalls sehr frühlingshaft, die letzten paar Tage hatten wir um die 20 Grad und Sonnenschein, so dass die Aussaaten hoffentlich animiert werden, sich fix zu entwickeln.
Und außerdem ist das Beet auch offensichtlich gut dazu geeignet, sich darin herumzulümmeln.
10. März 2013
Wohnzimmer und Garten
Ich hinke mit der Berichterstattung mal wieder ein wenig hinterher. Wir haben seit Ende Februar nämlich nicht nur ein fertiges Schlafzimmer, sondern auch ein Wohnzimmer! (Dieses Foto habe ich mal wieder aus mehreren zusammengesetzt, weshalb es etwas «rundlich» aussieht.) Renoviert ist das Wohnzimmer ja schon lange, wir hatten es im Februar 2011 fertiggestellt und ab da als Wohn-/Schlafzimmer genutzt. (siehe hier) Wir hatten große Zweifel, dass wir unser Sofa, das bislang mit all den anderen unaufgebauten Möbeln in dem Raum neben der Küche stand, überhaupt die Treppe hochkriegen und dann auch noch durch die sehr schmale Wohnzimmertür. Eigentlich hatten wir uns schon ausgemalt, das Teil irgendwie über den Balkon hochzuhieven, da die Balkontüren sehr breit sind und es problemlos dadurchpassen würde. Aber kurzentschlossen haben wir dann doch den Weg über die Treppe versucht. Leo hat sich eins der drei Sofateile auf die Schultern gepackt, ich habe ihn dirigiert, und wir haben es tatsächlich geschafft, es mit viel Drehen und Würgen durch alle Türen zu bekommen. Die anderen beiden Teile folgten dann auf dem gleichen Weg, und nachdem der Staub von fast zwei Jahren beseitigt war, steht es nun an seinem Platz. Das Klappsofa, das vorher dort stand, haben wir am nächsten Tag mit unserem anderen Klappsofa aus dem Arbeitszimmer getauscht, da dieses zweite nicht so viel Platz wegnimmt und halb hinter den Wohnzimmerschrank passt. Für immer soll es da zwar nicht stehenbleiben (genausowenig wie Leos Schreibtisch in der anderen Ecke), aber nun kann erstmal zukünftiger Besuch dort schlafen, statt in dem unrenovierten, vollgestopften Arbeitszimmer.
Auch im Garten ist einiges passiert. Leo hat stundenlang gepflügt, die Kartoffeln gesetzt und dicke Bohnen ausgesät. Dies ist unser diesjähriger Kartoffelacker.
Meine Aktivität beschränkte sich hauptsächlich darauf, die Erde festzutrampeln. Hier im Vordergrund sieht man übrigens in dem Eimer jede Menge Müll, den Leo beim Umgraben immer zu Tage befördert: Drähte, alte Flaschen, kaputte Gummistiefel und vieles andere.
Außerdem hat er einen dritten Kompostbehälter gebaut …
… und den Weg, der vom Haus zum Garten führt und der völlig zugewachsen war, freigemacht und links daneben mit der Motorhacke umgegraben, weil dort ein Blumenbeet hinsoll. Rechts neben dem Weg wird das demnächst auch noch passieren.
Die Bäume sehen sehr frühlingshaft aus, die Blattknospen sind schon geöffnet. Schön
27. Februar 2013
Der Schrank ist auch fertig
Seit vorgestern ist auch unser Einbauschrank im Schlafzimmer fertig. Im Leroy-Merlin-Baumarkt hatten wir (wie ich glaube ich schonmal geschrieben habe) 50 cm breite Platten im «Farbton» Buche gefunden, die also sowohl von der Breite als auch von der Farbe her genau richtig waren für unsere Bedürfnisse.
Zuerst kam die zweite Tür von rechts dran, als erstes wurde sie oben schräg abgesägt. Dann (hier auf dem Bild) hat Leo mit einem Spezialbohrer Löcher für die Scharniere hineingebohrt bzw. -gefräst, anschließend haben wir oben und unten Umleimer aufgebügelt …
… und die Tür an den Balken geschraubt. Das gleiche dann mit den anderen drei Türen. Und es ging von Tür zu Tür ein wenig schneller. Zum Schluss haben wir noch die Türgriffe montiert …
… und dann war er fertig! Ich muss sagen, ich habe selten, wenn nicht gar noch nie, so einen wunderschönen Einbauschrank gesehen
Wie hier links im Bild zu sehen ist, steht auch unsere Kommode bereits an ihrem Platz und nicht mehr auf dem vorläufigen Platz im Wohnzimmer.
Auf die Innenseiten der beiden Türen links haben wir Spiegel geklebt.
Und nun sind wir noch beim Einräumen. Diverse meiner Klamotten habe ich noch gar nicht ausgepackt, seit wir hier wohnen, sie sind noch in Kartons bzw. Taschen. Wahrscheinlich werde ich sie nun zum Großteil ausmisten, denn wenn ich sie fast zwei Jahre nicht mehr getragen habe, werde ich sie wohl auch in Zukunft nicht vermissen.
Ich habe versucht, ein Panoramafoto vom ganzen Schlafzimmer zu machen, das hat aber nicht so geklappt, wie ich das wollte. Deshalb ist hier nur der Teil des Zimmers ab dem Dachfenster links bis zur Kommode rechts zu sehen.
Dies war der Ausblick vom Bett heute morgen in den Garten. Immer wieder schön, und jeden Morgen ein wenig anders. Der Frühling naht unverkennbar, die Bäume sind voller Knospen, die Amseln singen morgens und abends, auch Schmetterlinge sind schon unterwegs.
Und zum Vergleich nun zwei «Vorher»-Fotos. Dieses hier zeigt die Wand, an der jetzt das Bett steht …
… hier ist links die Tür zu sehen, daneben steht nun der Einbauschrank. Ich finde, das haben wir gut hingekriegt
