Alle Beiträge des Monats August 2011:
1. August 2011
Fernsehen
Da meine Schwiegermutter ja so lange Zeit ohne Telefon auskommen musste, wollten wir sie wenigstens in den Genuss von deutschem Fernsehprogramm kommen lassen und haben deshalb vorletzte Woche die Satellitenschüssel endlich angeschlossen, die ja schon letztes Jahr im Sommer montiert wurde.
Neben der Garage ist die Dépendance, ein doppelstöckiger Anbau, den wir als Ferienwohnungen ausbauen werden, wenn in unserem Haus alle Zimmer mehr oder weniger fertig sind
. An der Außenwand dieser Dépendance hängt die Schüssel, innendrin geht eine verfallene Treppe nach oben, und der Fußboden oben ist völlig kaputt und löcherig. Links neben der Dépendance ist die «chai», das ist der Teil hinter unserer Garage, der riesig hoch ist und in dem sich unter anderem ein Weingärbottich, ca. 5 Meter lang, 2 Meter breit und 5 Meter hoch, befindet, der früher bestimmt mal zu etwas Nutze war, den wir aber irgendwann abreißen werden, da er einfach viel Platz wegnimmt, den wir besser nutzen können, da wir garantiert keinen Wein mehr darin gären werden. Momentan nutzen wir ihn als Ablagefläche, es liegen OSB-Platten drauf, auf denen wir jede Menge Zeugs gestapelt haben.
Mitten durch diese Chai geht in luftiger Höhe ein Eichenbalken (der gleiche, der auch durch unser Bad im ersten Stock führt), auf diesem Foto ist er zu erahnen. Über diesen Balken spazierte vor einiger Zeit mal Brüno, wobei Leo ihn beobachtet hatte und etwas panisch war, dass der Kater runterfällt. Ist er aber nicht, sondern er hat Leo gezeigt, dass es am Ende dieses Balkens ein Loch gibt zur Dépendance, durch das er dann nämlich gekrochen ist und durch das sich sehr gut die Kabel für die Satellitenschüssel legen lassen. Wir haben die vier Kabel in mühseliger Arbeit in ein Panzerrohr gequetscht, was gar nicht so einfach war. Sie lagen in ihrer vollen Länge von ca. 40 Metern zunächst alle vier mehrmals hin und her in der Garage, ich habe sie dann in das Panzerrohr geschoben, und Leo hat in der Dépendance durch das von Brüno gezeigte Loch gezogen. Als sie nach mehreren Stunden alle am anderen Ende angekommen waren hat Leo, wie auf dem vorigen Foto zu sehen, ein Loch durch die 55 cm dicke Wand gebohrt …
… ist über die baufällige Treppe hoch (ich auch ein Stückchen, um die Fotos zu machen) …
… ist zu dem von außen vorgebohrten Loch balanciert und hat es von innen nachgebohrt, da der dicke Bohrer, den wir haben, nicht lang genug für die Wand ist.
Hier sieht man ein wenig den löcherigen Fußboden des ersten Stocks, den schönen Kamin und ein Stück von Leo, der gerade das Loch durch die Wand bohrt.
Hier sind alle Kabel angeschlossen, außerdem ist unsere Hofeinfahrt zu sehen mit Blick auf das Nachbarhaus (und den Aquariumscontainer
) …
… hier nochmal Leo beim Anschließen der Kabel …
… und ich beim Festhalten des Gerüsts, damit Leo nicht runterfällt
Und das war unser erstes Fernseherbild. Wir haben ja seit Ende März kein Fernsehen mehr geschaut, aber ich kann nicht sagen, dass mir irgendwas gefehlt hat. Auch jetzt schauen wir sehr selten, irgendwie ist das, was da zu sehen ist, nicht sehr sehenswert. Da macht es mehr Spaß, draußen zu sitzen, den lauen Sommerabend zu genießen, den Grillen zu lauschen und den Mondhimmel anzuschauen. Wie ich gehört habe, ist das Wetter in Deutschland alles andere als sommerlich. Hier war es letzte Woche sehr regnerisch, aber seit letztem Freitag ist es wieder wunderschön, tagsüber sommerlich warm, und abends kühlt es auf angenehme Temperaturen ab.
Unseren Wohnzimmerschrank samt Glotze und Steroeanlage haben wir übrigens vorletzte Woche aufgebaut, momentan ist das Innenleben noch etwas spärlich. Aber die Musik funktioniert, das ist die Hauptsache
Und wenn wir wollen, können wir vom Bett aus, das ja momentan noch im Wohnzimmer und jetzt gegenüber der Glotze steht, fernsehen – das ist auf jeden Fall ein sicheres Mittel, um einzuschlafen.
3. August 2011
Insektenschutz
Landleben bedeutet auch, dass durch das Küchenfenster, wenn es geöffnet ist, ständig jede Menge Insekten reingeflogen kommen. Das nervt, und deshalb wollte ich gerne ein Insektenschutzgitter am Küchenfenster haben. Diese simplen Teile, die mit einem Klettband im Fensterrahmen befestigt werden, finde ich nicht so toll, da wir dann das Fenster nicht mehr als Durchreiche nach draußen benutzen können. Und fertige Gitter mit Rahmen in der Größe unseres Küchenfensters gibt es nicht. Also: selber machen. Man bzw. frau nehme Holzlatten, messe das zu vergitternde Fenster aus, säge die Holzlatten in vier Teile und befestige diese aneinander. Frau stellt dann schnell fest, dass die ursprüngliche Idee, nämlich die vier Latten einfach mit Nägeln zu einem Rahmen zurechtzuhämmern, nicht funktioniert. Nach einigem Rumgesuche im Materiallager findet frau geeignete Winkel und schraubt mit diesen die vier Latten zusammen …
… was sich auch als nicht allzu einfach erweist, aber irgendwie ergibt das einen Rahmen, der zwar ein wenig windschief ist, aber bei der Anprobe am Fenster einigermaßen zufriedenstellend aussieht …
… bis auf die Tatsache, dass er zu kurz ist. Zollstöcke sind auch nicht mehr das, was sie früher mal waren. Aber frau weiß sich zu helfen und befestigt mittels des Lieblings-Akkuschraubers und ein paar geeigneten Schrauben noch ein Stück Tomatenstab unten am Rahmen, und das ganze passt. Dann noch das Holz vorstreichen und anschließend in der Fensterrahmenfarbe streichen, Klettband auf den Rand des Rahmens kleben, das Fliegengitter auf das Klettband kletten und zurechtschneiden …
… voilà la moustiquaire! Gehalten wird das Teil durch zwei Ösen, die frau oben in den Rahmen geschraubt hat, so dass der Rahmen einfach in die dafür angebrachten Haken oben über dem Fenster eingehängt werden bzw. bei Nichtbedarf wieder ausgehängt werden kann. Das Schutzgitter geht nur über die Hälfte des Fensters, da wir sowieso immer nur einen Fensterflügel geöffnet haben. Schön, gell?
5. August 2011
Dies und das mal wieder
Nachdem das Telefon nun wieder funktioniert, ist unsere Waschmaschine kaputt. Ja richtig, die Waschmaschine, die wir Anfang März neu gekauft haben. Vor ein paar Tagen tat sie auf einmal nichts mehr und zeigte auf ihrem Bildschirm die Fehlermeldung «F 08» an. In der Bedienungsanleitung las ich, dass man bei den Fehlern F 05 bis F 10 den technischen Kundendienst anrufen soll, da das keine Fehler sind, die man selbst beheben könnte. Heute morgen waren wir in dem Laden, wo wir sie gekauft haben, und ein Verkäufer dort sagte, heute nachmittag käme jemand vorbei. Halb sechs abends kam dann auch jemand, ein dünner Mann mit langem schwarzen Zopf, und probierte die Waschmaschine aus. Erwartungsgemäß funktionierte sie nicht. Der bezopfte Mann hat nicht einen einzigen vollständigen Satz zu uns gesagt, er sagte immer nur einzelne Wörter, «problème» oder «emporter» (mitnehmen). Wahrscheinlich hatten sie ihm im Geschäft gesagt, das sind Deutsche, die verstehen nicht so gut französisch. Jedenfalls ging er zu seinem Lieferwagen und kam mit einer Sackkarre wieder, auf der eine Waschmaschine stand. Er nahm unsere Waschmaschine mit und ließ uns die mitgebrachte da, «prêté» sagte er, ausgeliehen. Das ist ja schonmal ganz gut, also können wir wenigstens weiter Wäsche waschen. Wie lange die Reparatur dauern mag, konnte er allerdings nicht sagen. Ich befürchte nichts gutes, denn ich habe natürlich gleich nach dem Waschmaschinentyp mit Fehlermeldung F 08 gegoogelt, und das scheint ein recht häufiges Problem zu sein. Alles Waschmaschinen, die nach 3 Wochen mit Fehlermeldung F 08 ihren Geist aufgaben, dann nach Reparatur wieder ein paar Wochen funktionierten, um dann wieder den gleichen Fehler zu haben. Es war vermutlich eine gute Entscheidung, dass wir die Waschmaschine nicht im Supermarkt, sondern bei diesem Händler im Industriegebiet von Lesparre gekauft haben, denn ich glaube nicht, dass der Kundendienst vom Supermarkt am gleichen Nachmittag gekommen wäre und uns auch noch eine Ersatzmaschine dagelassen hätte. Im nachhinein ist uns dann aufgefallen, dass wir weder eine Bescheinigung über die Abholung unserer Waschmaschine noch einen Leihvertrag für die geliehene Waschmaschine bekommen haben, in dem z.B. gestanden hätte, dass wir für eventuelle Schäden aufkommen müssten und bla bla – on est en France. Alles irgendwie unkomplizierter hier.
Noch mehr Insektenschutz: Ich habe es endlich geschafft, die Gardine in unserem Wohn-/Schlafzimmer zu kürzen, so dass wir sie nachts zuziehen können und nicht mehr jede Menge Mücken reinkommen. Diese Gardine fand Leo ja bei IKEA gut, weshalb wir sie mitgenommen haben, aber sie ist nicht wirklich schön. Eher so eine Omagardine. Aber als Insektenschutz ist sie nicht schlecht.
Die Sonnenblumen am Rand unseres Gemüsegartens sehen wunderschön aus. Eine hat, im Gegensatz zu den anderen, jede Menge Blüten. Atomkraftwerk? À propos Atomkraftwerk, wir haben ja eines in der Nähe, und zwar in Blaye. Wir dachten immer, dass das «bläh» ausgesprochen wird, aber Marie, unsere Nachbarin, hat uns eines Besseren belehrt, als sie letzten Sonntag abend mit uns ein Glas Wein getrunken hat, denn sie sagte, das spricht man «blaije» aus. Wobei «bläh» ja für ein Atomkraftwerk irgendwie besser klingt
Schwarzäugige Susannen, also die Blumen, mag ich sehr gerne, und ich hatte im Winter ich weiß nicht mehr wo Samen für eine Sorte ergattert, die nicht die üblichen orangenen Blüten haben, sondern lachsfarbene. Sie sehen sehr schön aus, und machen sich sehr gut an diesem Weiden-Rankgerüst.
Auch unsere Blumenbank links neben der Haustür macht sich sehr gut – so richtig toll kommt das hier leider nicht raus. Diese Pflanze mit den kleinen orangenen Blüten, eine sogenannte Zigarettenblume (da die Blüten aussehen wie Zigarettenglut) wuchert wie verrückt, ebenso die Katzenschwänze …
… hier nochmal im Detail. Einfach schön. Links daneben ist eine Strohblume, von denen wir auch jede Menge überall rumstehen haben. Ich hatte ja im Frühjahr nicht allzuviele Sorten ausgesät, aber das, was ich ausgesät habe, spross reichlich, weshalb wir jetzt überall Katzenschwänze, Strohblumen, Belle de Jour, Buntnesseln und Tagetes haben. Nächstes Jahr werden es dann auch ein paar andere Sorten
8. August 2011
Meer, Landschaft und Grünzeug
Nachdem es zwei Tage geregnet hatte, war gestern wieder schönster Sommer. Was wir ausgenutzt haben: wir sind nach Montalivet gefahren, wo es Sonntags einen großen Markt und viele, viele Touristen gibt. Nachdem wir über den Markt geschlendert sind und dort hervorragende Tintenfischringe verspeist haben, waren wir am Meer, das nur ein paar Schritte von dem Markt entfernt ist. Dafür, dass das einer der Haupt-Touristenorte ist, war dort erstaunlich wenig los. Und in der Sonne war es sehr gut auszuhalten, da es einigermaßen windig war. Sehr schön war’s.
Auf der Rückfahrt sind wir abseits der Hauptstraßen durch die Weinfelder gefahren. Immer wieder beeindruckend, Weinfelder, so weit das Auge reicht. Irre. Die Trauben werden übrigens so langsam blau, in zwei Monaten ist die Ernte schon in vollem Gange.
Gäbe es hier Ernte-Wettbewerbe, hätten wir mit diesem Exemplar vielleicht schon Chancen (ich meine den Zucchino, nicht Leo)

Zwischen all den Sonnenblumen neben unserem Gemüseacker, die ca. zwei Meter hoch sind, ist eine einzige Sonnenblume, die 10 Zentimeter hoch ist. Hier links habe ich sie markiert, rechts ist sie in Großansicht zu sehen. Sofern man überhaupt von «Groß»ansicht sprechen kann. Wir vermuten, dass sich ein Samenkorn der Sorte «Matzerath» dort eingeschlichen hat und nennen sie nun liebevoll Oskar
Und noch etwas Grünzeug: Diese Pflanze, deren Namen ich bis zum April nicht kannte und die ich dann als «Pilea Peperomioides» identifizieren konnte, blüht! Ich weiß nicht, seit wieviel Jahren oder Jahrzehnten ich sie bzw. Ableger davon habe, aber eine Blüte habe ich noch nie daran gesehen. Da zeigt sich mal wieder: hier ist vieles anders als früher.
12. August 2011
Ein paar Fotos

Ich wollte ja schon lange ein Vorher-Nachher-Foto vom Wohnzimmer meiner Schwiegermutter zeigen, hier ist es nun endlich. Hoffentlich ist erkennbar, dass das linke das Vorher- und das rechte das Nachher-Foto ist
Jetzt mal zum Thema Bad. Jeder, mit dem wir telefonieren, aber auch wirklich jeder fragt «Na wie weit seid ihr denn mit eurem Bad?» Wir können es bald nicht mehr hören. Und zugegebenermaßen ist das ja auch eine Sache, die wir ein wenig unterschätzt haben. Unsere ursprüngliche Idee, vor dem Einzug von Leos Mutter «mal eben» unser Bad oben, und dann ihr Bad unten fertig zu machen, lässt sich am besten so beschreiben:
Hier links ist nochmal ein Foto von dem Raum zu sehen, in dem nun unser Bad entsteht, einem ursprünglich unausgebauten Dachboden. Früher scheinen wir wohl besser drauf gewesen zu sein, im März 2010 haben wir es geschafft, innerhalb kürzester Zeit in diesem zukünftigen Bad die Holzklappe durch ein Fenster zu ersetzen sowie zwei Dachfenster einzubauen …
… und jetzt zieht sich alles. Es ist kaum zu beschreiben, was für Probleme und Problemchen immer wieder auftauchen. Angefangen damit, dass es in diesem Raum vorher keinerlei Wasseranschluss, geschweige denn Strom – außer einer einzigen Leitung mit Glühbirne – gab, dann die Tatsache, dass Dusche, Badewanne, Waschbecken, Bidet und Klo eine Abwasserleitung mit entsprechendem Gefälle benötigen, zusätzlich sind alle Wände und auch die Decke und die Dachbalken krumm und schief – also nicht gerade eine ideale Ausgangslage für ein Badezimmer. Und es kommen immer noch neue Sachen hinzu. Mittlerweile sind wir ja schon verhältnismäßig weit. Es ist gar nicht so einfach zu entscheiden, was als nächstes gemacht wird, denn alles hat immer irgendwelche Konsequenzen. Wir haben uns deshalb in den letzten Tagen mit der Deckenvertäfelung beschäftigt, denn die kann nicht erst eingebaut werden, wenn Duschwand und Badewanne schon stehen. Aber Deckenvertäfelung ist ja auch nicht nur Deckenvertäfelung, sondern auch Elektro-Verkabelung für die Lampen, die in die Vertäfelung sollen. Hier ist Leo bei den kniffeligen Verkabelungsarbeiten zu sehen.
Außerdem müssen die Fenster-Innenverkleidungen (oder wie man das nennt) aus Gipskartonplatten vor dem Einbau der Vertäfelung eingebaut werden, was wegen der ganzen schiefen Ebenen mit viel Geschimpfe und Gefluche verbunden war.
Hier ist die Dachlattenunterkonstruktion für die Vertäfelung zu sehen, die wir versucht haben, irgendwie wasserwaagengerecht auszurichten, was ein ziemlich aussichtsloses Unterfangen war, da die Dachbalken an sich überhaupt nicht gerade sind und es somit kaum möglich ist, daran irgendetwas gerade zu befestigen. Außerdem sind hier die Spots zu sehen, die in die Decke eingebaut werden (bzw. worden sind) und hier schonmal probeleuchten. Mittlerweile ist die Deckenvertäfelung recht weit fortgeschritten, ein aktuelles Foto gibt es momentan nicht.
Lili hat es sich im Wannenträger bequem gemacht.
Hier nochmal ein Foto von unserem momentanen, also Schwiegermuttchens zukünftigem Bad. Sie wollte gerne für die Zeit, in der diese Badewanne noch da steht, anstatt des papierartigen Teils, das uns bislang als Duschvorhang gedient hat und mittlerweile diverse Löcher hatte, einen anderen Duschvorhang haben. Wie es der Zufall so wollte, gab es hier bei Lidl gerade Duschvorhänge im Angebot, und sie suchte einen aus, der nun wirklich den Eindruck eines Strandbades vermittelt: Palmen über der Badewanne, die im Sand steht
À propos Lidl: dort waren gerade «deutsche Köstlichkeiten» im Angebot – die beschränkten sich auf Würstchen im Glas, Sülze, Eisbein, Brathering und Rollmops. Na wenn das alles ist, was Deutschland an Köstlichkeiten zu bieten hat … Wobei ich gestehen muss, dass ich einige Gläser Würstchen, Brathering und Rollmops in den Einkaufswagen gepackt habe
So, und jetzt nochmal was idyllisches: unser Hof morgens um halb acht im wunderschönen Morgenlicht …

