Cissac-Médoc,
19. Mai 2012, 10:16 Uhr:
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Alle Beiträge des Monats Februar 2012:

Freitag,
3. Februar 2012

Wieder zurück  

Ich bin wieder aus Deutschland zurück – seit Donnerstag letzter Woche bereits. Die Geburtstagsfeier war sehr schön, Berlin war zwar kalt, aber mindestens ebenso schön, und außerdem habe ich Leute wiedergetroffen, die ich schon lange nicht mehr gesehen hatte – also alles in allem war es eine sehr angenehme Woche. Mal abgesehen vom Koffer-schleppen, der auf der Rückreise merkwürdigerweise noch schwerer war als auf der Hinreise.

Hier ist es zur Zeit zwar nicht ganz so kalt wie in Deutschland, aber schon kälter als hier normalerweise. Der Himmel ist zwar wunderschön blau, aber es weht ein eisiger Wind, so dass ich mich am liebsten den ganzen Tag drinnen verkriechen würde. Das geht nur leider nicht immer. Gestern waren wir unterwegs, um Gipskartonplatten für das Bad unten zu holen, die wir eigentlich in einem Baumarkt auf halber Strecke nach Bordeaux kaufen wollten. Dort waren sie aber so unverschämt teuer, dass wir kurzentschlossen bis nach Bordeaux weitergefahren sind und sie dort in einem Baumarkt gekauft haben.

Am Montag waren wir das erste Mal in Frankreich bei einer Tierärztin, weil es Lili nicht gut geht. Sie isst kaum und scheint ziemlich schlapp zu sein, da sie viel schläft. Die Tierärztin ist ca. 10 KM von uns entfernt, unser Nachbar hatte sie empfohlen. Sie ist sehr nett und geht total liebevoll mit den Tieren um, also zumindest mit Lili. Sie hat sie geröntgt und vermutet eine Pankreatitis. Dienstag waren wir zu einer Kontrolle da, und heute nochmal, da es selbst mit den sonst üblichen Tricks nicht möglich war, die Medikamente in Lili hineinzubekommen und sie deshalb noch eine Spritze bekommen hat. Ich hoffe, es geht ihr bald besser – so richtig will sie immer noch nicht fressen.

Unsere Waschmaschine haben wir jetzt an ihren endgültigen Platz geschleppt.

Leo hat Forellen geräuchert, die ihm ausgesprochen gut gelungen sind. Leider sind sie schon alle. Als nächstes wird Putenbrust und Speck geräuchert, die im Moment noch vor sich hin pökeln.


Freitag,
10. Februar 2012

Lili  

Lili ging es in den letzten Tagen immer schlechter, sie wurde immer weniger, da sie nicht mehr gefressen und getrunken hat, auch die sonst so begehrten Würstchen, in denen wir die Tabletten versteckt hatten, wollte sie nicht essen. Letzten Samstag und Sonntag waren wir wieder bei der Tierärztin, die Lili dann am Sonntag dabehalten hat, da sie Infusionen bekommen sollte. Abends rief uns die Ärztin an und sagte, dass sie für Lili für Montag einen Termin in einer Praxis in Bordeaux vereinbart hatte, wo eine Ultraschalluntersuchung gemacht werden sollte. Also haben wir Lili Montag bei ihr abgeholt und sind mit ihr weitergefahren nach Bordeaux. Die Untersuchung hat ergeben, dass Lili einen großen Tumor im Bauch hatte. Der Arzt sagte, wir könnten Chemotherapien durchführen lassen, was ihr Leben um wenige Wochen verlängert hätte, von denen sie einige Zeit in der Klinik verbracht hätte. Da wir das nicht wollten, und sie auch nicht einfach dort einschläfern lassen wollten, hat er uns eine Verordnung über Schmerzmittel (von denen sie noch apathischer werden würde, wie er sagte) und Cortison gegeben, und wir sind mit ihr nach Hause gefahren. Wir haben sie im Garten ins Gras gesetzt. Da sie sich kaum bewegt hat und auch kaum noch laufen konnte, haben wir sie lieber in eine Decke gepackt und lange Zeit mit ihr auf dem Schoß in der warmen Sonne gesessen. Am Dienstag ging es ihr noch schlechter, und die Medikamente hat sie wieder ausgekotzt. Mittags sind wir zur Ärztin gefahren und haben sie einschläfern lassen.

Lili ist nicht einmal fünf Jahre alt geworden. Fast viereinhalb Jahre durften wir sie bei uns haben. Dass unsere kleine liebe Maus jetzt nie mehr hier sein wird, ist schwer zu akzeptieren. Wir vermissen sie sehr.


Freitag,
24. Februar 2012

Es geht weiter  

Auch hier war es Anfang Februar sehr kalt, für diese Gegend ungewöhnlich lange und kälter als üblich. Der Schnee hielt sich über Tage, die Straßen waren vereist, und der eiskalte Wind setzte noch einen drauf. Inzwischen ist dieses Wetter vorbei, die Sonne scheint wieder warm, die Vögel zwitschern heftig und der Frühling lässt sich erahnen.

Jetzt ist das Bad im Erdgeschoss dran. Hier ist es vor der endgültigen “Entkernung” zu sehen, anschließend hat Leo das Waschbecken abgerissen, und dann haben wir mit vereinten Kräften …

… die Badewanne nach draußen geschafft.

Nun steht sie erstmal im Garten hinter der Hecke.

Anschließend kamen Gipskartonplatten an die Wände. An drei der Wände werden sie nicht an Ständerkonstruktionen befestigt, sondern mit Gipsbatzen direkt an die Wand gepappt. Das hält erstaunlich gut, geht schnell und ist platzsparender.

Bevor die Platten angebracht wurden, mussten die gröbsten Löcher in der Wand mit Mörtel verschlossen werden und in die Platten die Löcher für die Stromkabel und die Wasserzu- und -ablaufleitungen hineingebohrt werden. Hier auf dem Foto sind bereits alle Fugen verspachtelt.

Neben den Renovierungsarbeiten muss der Acker für die Kartoffeln und das erste Gemüse umgegraben werden. Hier ist der vordere rechte Teil bereits fertig, und der linke Teil wird gerade von Leo bearbeitet.

Manchmal werden wir gefragt, ob Brüno wohl Lili vermisst. Schwer zu sagen. Er ist oft nicht anders als vorher, aber manchmal liegt er jetzt genauso wie Lili früher an dem Stein auf der Fensterbank, eine Pfote daruntergeschoben – was er vorher nie gemacht hat.