… und es hat knack gemacht

Ich gehe ja eher selten zu Ärzten, regelmäßig höchstens zur Zahnärztin, und letzten März zum Chirurg wegen der Hand-OP. Nun habe ich aber seit einiger Zeit ständig Kreuzbeinschmerzen, und das morgens besonders übel, so dass ich kaum aus dem Bett komme. Bücken kann ich mich auch nicht richtig. Das ist ja nun ein völlig schlechter Zeitpunkt, denn bei unserem nächsten «Cissac-Einsatz» wäre ich gerne fit. Deswegen war ich heute beim Orthopäden. Bei dem, zu dem ich eigentlich wollte, hätte ich Mitte August einen Termin bekommen, nein danke. Bei meiner Suche im Internet fand ich dann einen, zu dem ich zwar einmal quer durch Frankfurt fahren muss, der aber schon nach zwei Wochen einen Termin für mich hatte. Außerdem wurde er in einem Bewertungsportal hochgelobt, aber diese Bewertungen sollte man wohl nicht zu ernst nehmen. Da kann ja jeder anonym jeglichen Schwachsinn absondern. Jedenfalls bin ich heute dort hin, ich bin eine ganze Stunde vor dem Termin losgefahren, denn man will ja nicht gleich beim ersten mal zu spät kommen, gell. In der Innenstadt wollte ich von der U-Bahn in die Straßenbahn umsteigen, die fuhr mir allerdings grad vor der Nase weg. Aber ist ja egal, schließlich fahren die ja alle 10 Minuten. Normalerweise fahren sie alle 10 Minuten. Nicht aber heute, denn es gab irgendwo einen Oberleitungsschaden. Was zur Folge hatte, dass die nächste Bahn erst in 30 Minuten kommen sollte. Ich versuchte, in der Praxis anzurufen, um zu hören, ob es ok ist, wenn ich 10 Minuten zu spät komme, denn es soll ja Praxen geben, die einen nicht mehr drannehmen, wenn man zu spät kommt :m-biggrin:. Nur ging da niemand ans Telefon. Nach zwanzig Minuten meldete sich dann endlich eine Sprechstundenhilfe, und sie sagte, es macht nichts, wenn ich später komme. (Mit anderen Worten: Dort muss man sowieso zwei Stunden warten, da macht es nix, wenn man zu spät ist…) Endlich kam dann die Bahn, mit der ich eigentlich bis zu der Praxis fahren wollte. Am Hauptbahnhof sagte der Fahrer dann aber, er fährt nicht weiter, weil er nach Hause will, um das Bier für den Fußballabend kaltzustellen weil es wegen eines Oberleitungsschadens zu Verzögerungen gekommen sei. Verstanden habe ich es nicht, denn gerade wegen dieser Verzögerungen wäre es ja sinnvoll gewesen, wenn er nun fix weitergefahren wäre und mich zum Arzt gebracht hätte. Aber er ließ nicht mit sich diskutieren, ich musste aussteigen und nahm eine Bahn einer anderen Linie (die übrigens die gleiche Oberleitung benutzt). Ich kam dann fast zwanzig Minuten zu spät an, aber das machte nichts, ich war gerade rechtzeitig da, um nur noch eine Stunde zu warten. Dann wurde ich in einen Untersuchungsraum geführt, in dem mich eine Arzthelferin fragte, was ich habe und seit wann. Als ich mit «Guten Tag» antwortete, schaute sie mich erst blöd an, aber sagte dann auch «Guten Tag» woraufhin ich ihr die Frage beantwortet habe. So etwas oder ähnliches erlebe ich die seltenen Male, wenn ich in Arztpraxen bin, fast immer. Warum ist das so? Ist es nicht normal, jemanden erst mal zu begrüßen? Während der Viertelstunde, in der ich dann auf den Arzt wartete, konnte ich die Mustertafel mit Schuh-Einlagen, die an der Wand hing, eingehend studieren. Der Arzt war dann ganz nett, fragte ein paar Sachen und wies mich an, mich auf die Liege zu legen. Erst sollte ich mich auf die linke Seite legen, und er hielt meine rechte Schulter fest und riss meine Hüfte nach rechts rüber. Das hat richtig geknackt und war nicht gerade angenehm. Dasselbe hat er dann nochmal mit der anderen Seite gemacht und mich anschließend im Stehen gestreckt, indem er mich an meinen hinter dem Kopf verschränkten Armen nach oben gezogen hat. Auch das hat geknackt. Dann wurde ich noch geröntgt, was wohl Standard ist beim Orthopäden. Dabei kam heraus, dass meine Wirbelsäule noch ganz ok aussieht und das linke Bein 8 mm kürzer ist als das rechte. Ich bräuchte aber weder ein Korsett noch eine Operation. Ich habe den Arzt gefragt, ob er irgendeine Art von Gymnastik oder so empfehlen kann, das hat er als Aufforderung verstanden, mir Physiotherapie zu verschreiben, allerdings kriege ich die Verordnung erst im Juli. Na gut, der Abrechnungsfall im nächsten Quartal sei ihm gegönnt. Auf dem Rückweg waren dann scheinbar alle Oberleitungsschäden beseitigt, zumindest gab es keine Verzögerungen mehr und ich bin nach insgesamt vier Stunden nun wieder zu Hause. Mal schauen, woher ich jetzt eine/n gute/n Physiotherapeutin/en bekomme.

Kommentare (6)

  1. Ach herrje… Na, ich hoffe doch, dass das Geknacke auch half mit den Schmerzen…. Ich hatte schon des oefteren jemanden, der meinen Kopf hinundher drehte bis es schoen knackte… Sehr unangenehm zuerst, aber half dann spaeter. :yes:

  2. Anna, das ist ja schön, dass du mal wieder hier bist :hi: Ja, irgendwie kommt es mir vor, als ob es besser ist. Mal morgen früh abwarten.

  3. Aber eine Physiotherapie wird dir die 8 mmm nicht dazu bringen, sondern eine Schuheinlage. komisch und dann wieder nicht, was für eine Quälerei.
    Hoffentlich hat das Knacken gewirkt.

    lg
    Marie

  4. Marie, die 8mm sind ja nicht die Ursache, daher denke ich schon, dass die Physiotherapie was bringt. Mal sehen – ich werde dann berichten.

  5. Ich wußte doch, daß auf Deiner Geburtstagskarte an mich nicht ALLE Dinge aufgezählt waren, an denen ich merke, daß ich RICHTIG alt werde :lol: (daß Du aber auch immer noch einen Joker hinterm Rücken in der Hand halten musst (kleine Wortklauberei, höhö) :whistle:
    Hat´s denn jetzt Wirkung gezeigt? Also, ich fühl´ mich nach dem Einrenken jedenfalls immer wie neugeboren und das ist jetzt mal ohne Hintergedanken gemeint!!

  6. Ja Dorit, ich wollte dich nicht völlig schocken :-)
    Momentan tut nix weh, also hat es wohl genutzt.

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