Waschmaschine und anderes

Heute haben wir eine Waschmaschine gekauft. Die, die wir in Frankfurt haben, ist an die 16 Jahre alt, funktioniert zwar noch, aber bei dem Alter ist es fraglich, wie lange noch. Letzte Woche waren wir in einem Elektromarkt in Lesparre und haben geschaut, was es dort so gibt. Sie hatten zufälligerweise zwei Waschmaschinen im Angebot, eine Bosch und eine Brandt – ein französisches Fabrikat. Wir haben uns dann für die Brandt entschieden, weil die sehr schnell schleudert und mehr Fassungsvermögen hat als die Bosch. Was ich übrigens sehr bemerkenswert fand, war dass in diesem Elektromarkt nur ältere Leute arbeiteten, nicht so wie in Frankfurt in den einschlägigen Märkten, wo das Alter der Angestellten im Schnitt um die 23 Jahre beträgt.

Zuerst gab es Probleme mit dem Wasserzulauf. Der dafür vorgesehene Wasserhahn war undicht, was wir bislang nicht bemerkt haben, da einfach eine Verschlusskappe draufgeschraubt war. Zwei Dichtungen saßen auf dem Hahn, die eine konnten wir durch eine aus unserem sehr, sehr reichhaltigen Vorrat ersetzen. Die andere (die rote) hat aber eine Größe, die vielleicht vor hundert Jahren mal gebräuchlich war, jedenfalls hatten wir keinen passenden Ersatz. Sie scheint aber noch benutzbar zu sein, deswegen haben wir sie nun erstmal drangelassen.
Neben dem Wasserzulauf befindet sich in dem alten Bad auch etwas, was irgendwann in der Vergangenheit mal als Wasserablauf für eine Waschmaschine gedient haben könnte. Es ist ein altes, ziemlich gammeliges, senkrechtes Rohr, knapp einen Meter hoch, aus dem es ziemlich heftig riecht, weshalb ich es mit einer Plastiktüte verschlossen und abgeklebt habe, und das unten in der Wand endet. Ob es da an ein Abwasserrohr angeschlossen ist oder ob es bei Benutzung einfach nur die Hauswände mit Wasser füllt, ist ungewiss. Deshalb haben wir uns entschlossen, dieses Rohr lieber nicht für den Wasserablauf der Waschmaschine zu benutzen, sondern wir werden den Ablaufschlauch einfach in die Badewanne ableiten – wir müssen ja nicht unbedingt gerade dann duschen, wenn die Waschmaschine läuft. Der Schlauch ist allerdings zu kurz, das heißt, dass wir eine Verlängerung brauchen, um die Maschine auszuprobieren. Die werden wir morgen aus Bordeaux mitbringen.

Das ist auch wieder so eine Sache, die ich mir vorher nicht hätte vorstellen können. Normalerweise kauft man eine Waschmaschine, schließt sie an einen Wasserzu- und -ablauf an und benutzt sie. Fertig. Aber in so einem alten Haus ist das halt etwas anders, da geht das nicht mal so eben. Ich erinnere mich noch sehr gut an unseren Aufenthalt hier im Oktober 2009, als wir hochgradig erfreut waren, als wir ans Stromnetz angeschlossen wurden und unser Kühlschrank und andere Elektrosachen funktionierten und wir Licht hatten, und als geklärt war, dass wir an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen waren und Wasser aus den Hähnen kam. Oder dann im darauffolgenden März, als wir Telefon und Internet bekommen haben. Das sind Normalitäten in Frankfurt, aber hier immer ein kleiner Schritt weiter.
Ach ja, bei unserem Aufenthalt hier im Oktober 2009 haben wir ja auch die Abwassergrube, die «fosse», leeren lassen. Der Typ, der das damals gemacht hatte, sagte, das sei nur einmal alle fünf Jahre notwendig. Ich vermute, er hat einfach vergessen, dazuzusagen «…wenn niemand aufs Klo geht». Denn heute habe ich Leo gedrängt, den schweren Deckel, der über der fosse ist, mal hochzuheben, um zu sehen, wie hoch das Abwasser darunter steht. Er hat ziemlich rumgemault und auch nochmal das mit den fünf Jahren betont. Aber was zeigte sich wohl, nachdem er dann doch den Deckel hochgewuchtet hat? Genau. Die Grube ist voll. Glücklicherweise dauert es nicht allzu lange, bis die zuständige Firma kommt um Abhilfe zu schaffen – am Donnerstag nachmittag wird jemand hier sein. Ob das der gleiche Typ ist wie im Oktober 2009? …

Das Paket mit dem Katzenfutter, das uns nicht zugestellt wurde, haben wir gestern in der Post in Pauillac abgeholt. Da wir schon einige Erfahrungen sammeln konnten, was das Nachweisen unserer Identität angeht, haben wir vorsichtshalber eine Stromrechnung mitgenommen und auch eine Heiratsurkunde – da ja das Paket an mich adressiert ist, aber die Stromrechnung auf Leos Namen läuft, dessen Nachname anders ist als meiner, und die Heiratsurkunde aber beweist, dass wir zusammengehören. Und das wegen eines Pakets Katzenfutter :m-lol:. Die Dame auf der Post wollte aber tatsächlich nur meinen Personalausweis sehen, um mir das Futter auszuhändigen.

Morgen geht es in aller Frühe nach Bordeaux, dort haben wir um 10 Uhr einen Termin auf dem Generalkonsulat, um unser Auto abzumelden. Ich bin gespannt, was da so alles passiert.

Kommentare (4)

  1. Jaja, so ist das mit den alten Häusern!
    Autoummelden ist auch ein toller Schritt – kann mich noch gut an unser Vorhaben erinnern … (da wir ältere Modelle fahren, durften wir erstmal Konformitätsbescheinigungen beschaffen und dergleichen “Spässe”)
    Viel Erfolg, viel Spass!
    :hi:

  2. Da habt Ihr sicher so eine Identitätsnachweis-für-alles-mögliche-was-man-kaufen/abholen/beantragen-muß-Mappe, die Ihr – so wie werdende Mütter ihr Köfferchen für´s Krankenhaus – immer griffbereit habt, um für alle Eventualitäten gewappnet zu sein. :yes:

    Liebe Grüße, Dorit

  3. Hallo,
    ohweia Auto in Frankreich ummelden. Ich drücke euch mal die Daumen. Ist ja einiges los bei euch. Aber so ist das wohl, wenn man kurz vor der Ausreise/Einreise ist. Einiges was zu tun ist.
    Ich wünsche euch ganz viel Geduld (die muss man in F immer haben)
    und viel Glück für alles.
    Liebe Grüße Andrea

  4. Ja Regina, du kennst das wahrscheinlich nur zu gut, was für Überraschungen solche alten Häuser zu bieten haben :hi:

    Dorit, die Mappe ist noch nicht ganz komplett, und Andrea, es ist nicht nur einiges, sondern wirklich jede Menge zu erledigen :-) Danke jedenfalls für die Glück-Wünsche!

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