Gabriel

So hieß das für gestern für unsere Region angekündigte Sturmtief. Windböen bis zu 145 km/h sollte es geben, und irgendwo hatte ich auch was von Schnee gelesen, aber da es draußen 10 Grad warm war, war das wohl eher unwahrscheinlich. Nachmittags war noch nichts vom Sturm zu merken, das Auto wackelte höchstens ein wenig, als wir unterwegs waren in den Nachbarort – Gaston hatte gestern seinen jährlichen Impftermin. Während seiner Untersuchung war noch alles ok in der Praxis, aber als die Tierärztin ihm die Spritze verpassen wollte, ging plötzlich das Licht aus und alle elektrischen Geräte ebenfalls. So ein Stromausfall ist natürlich für eine Praxis extrem blöd. Und das nicht nur, weil ich die Rechnung nicht bezahlen konnte, da das Kartenterminal natürlich auch nicht funktionierte. Da wir ja inzwischen langjährige “Stammkunden” sind mit allen unseren Viechern, war das aber kein Problem, und ich werde Ende der Woche nochmal hinfahren zum Bezahlen.

Beim anschließenden Spaziergang pfiff der Wind schon ordentlich, so dass ich uns schon von runterfallenden Ästen erschlagen auf dem Waldweg liegen sah. Aber wir blieben verschont. Zu Hause angekommen, flackerte das Licht ein wenig und ging schließlich ganz aus. Wir haben eine Weile in der Küche gesessen, bis es etwas kühl wurde, weshalb wir den Abend dann bei Kerzenschein und Wein auf dem Sofa unter kuscheligen Decken verbracht haben, während der Wind ums Haus heulte. Zum Glück war mein Kindle aufgeladen, so dass ich Hape Kerkelings “Der Junge muss an die frische Luft” weiterlesen konnte – schönes Buch übrigens, ich finde es zum Teil sehr berührend.

Zwanzig nach elf war der Spuk vorbei und Licht, Heizung und diverse Elektrik gingen wieder an. Fünfeinhalb Stunden ohne Strom, das reicht auch im Winter. Einen herzlichen Dank an die Leute, die den Stromausfall zu so später Abendstunde beseitigt haben.

Leider sind wir dieses Mal nicht glimpflich davongekommen: Gabriel hat unser Tor zerfetzt, der linke Teil ist gebrochen und man kann es nicht mehr bewegen, ohne dass es auseinanderfällt. Momentan steht ein provisorischer Zaun anstelles des Tors vor der Einfahrt. Wir werden uns also sehr bald nach etwas Neuem umschauen müssen. Und das wird sicherlich nicht wieder aus Holz sein.

Kaputt.

Kommentare (2)

  1. Guten Morgen nach Cissac,

    nach einer Woche dauerlesen habe ich diese ca 10 Jahre Lebenszeit mit ihnen ein bisschen mit gelebt. Wir hatten diesen Traum 1999, haben ihn dann aber im Jahr 2000 aus beruflichen Gründen am Rande von Karlsruhe verwirklicht, mit einem ehemaligen Schuppen. Nach 7 Jahren waren wir auch ungefähr soweit wie sie, wobei meine Hochachtung der Tatsache gilt, dass Haus und (riesiger, wunderschöner) Garten bearbeitet wurde. (Garten ließ sich bei uns nicht verwirklichen, der Lage geschuldet, dafür haben wir einen großen Hof). Wir sind auch auf den Hund gekommen und sie haben mir mit ihren Schilderungen unsere Zeit zwischen 2000-2007 zurück gebracht. (Nicht, dass wir nicht heute immer wieder etwas finden, dass unbedingt geändert werden müsste 😉).
    Vielen Dank für die interessante letzte Woche und ich werde ihre Berichte gerne weiter verfolgen.
    Liebe Grüße an alle Familienmitglieder (zwei -und vier beinige)
    Ihre Britta
    aus Karlsruhe

  2. Vielen Dank für den netten Kommentar! Es ist immer sehr schön zu lesen, dass das, was ich oder wir hier schreiben, auch auf Interesse trifft :-)
    Herzliche Grüße nach Karlsruhe :hi:

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