Dies und das und eine Montagsfrage

Der Mai hat hier ziemlich vermischt angefangen, zumindest wettertechnisch. Das Bild da oben ist von unserem gestrigen Maispaziergang, auf dem wir zuerst von einem Graupelschauer überrascht wurden, woraufhin ich froh war, doch nochmal die Winterjacke mit Kapuze angezogen zu haben, und anschließend die Sonne so warm war, dass ich nicht mehr sehr froh war, doch nochmal die Winterjacke angezogen zu haben. Naja.

Heute morgen war sogar wieder Raureif auf den Wiesen, das Thermometer zeigte um acht Uhr vier Grad. Die im März ausgesäten Sonnenblumen hatte ich am Anfang der Woche schon aus dem Gewächshaus auf die Fensterbank gestellt; glücklicherweise haben sie keinen Schaden erlitten. Nachmittags hatten wir heute aber schon wieder blauen Himmel und Sonnenschein.

Zu letzten Montagsfragen hatte ich keine gescheiten Antworten. Joëls aktuelle Montagsfrage lautet Was ist frustrierend am Bloggen? und dazu kann ich was sagen: Ich finde es frustrierend, so selten Zeit dazu zu haben, hier etwas zu schreiben – oder vielleicht mir so selten die Zeit dafür zu nehmen. Nervig finde ich es auch oft, für einen neuen Blogbeitrag einen Titel zu finden, manchmal überlege ich ewig daran herum. Vielleicht gehe ich bald einfach dazu über, nur das Datum da oben hinzuschreiben. Sonst finde ich nichts Frustrierendes am Bloggen; es macht mir Spaß, mir dient das hier als “Nachschlagewerk”, und ich freue mich über Reaktionen in Form von Kommentaren oder wie auch immer. Und wenn keine kommen, ist das auch ok. Denn wer öffentlich bloggt und Kommentare zulässt, sollte damit leben können, dass gar keine, ein paar, oder ganz viele Kommentare kommen, und die/der sollte dann auch nicht über die Inhalte der Kommentare maulen. Finde ich.

Die Apfelbäume in unserem Garten waren in diesem Jahr übervoll mit Blüten. Mitte April sah das so aus:

Inzwischen sind schon winzige Äpfel zu erkennen:

Seit letztem Donnerstag bin ich auch das erste Mal gegen Covid geimpft. Man kann sich hier impfen lassen in Impfzentren, bei Hausärztinnen und -ärzten, bei den Infirmières à Domicile, also den Krankenschwestern, die ins Haus kommen, sowie in Apotheken. Welcher Impfstoff dort jeweils verimpft wird, ist vorher bekannt. In den nächstgelegenen Impfzentren in Lesparre und in Margaux hatte ich seit Beginn der Impfkampagne für unsere Altersgruppe nach Terminen geschaut, da war aber immer nur zu lesen, dass es momentan keine Termine gibt. Unsere Hausärztin hat leider im März Cissac verlassen, eine neue gibt es noch nicht, und die anderen beiden Ärzte hier im Ort nehmen keine neuen Patientinnen und Patienten mehr an, also fiel diese Möglichkeit flach. Die Infirmière, die damals Leos Mutter betreut hatte, hat gerade nicht genügend Impfwillige. In der Apotheke hier im Ort, wo Leo ja in der Woche davor auch geimpft wurde, hatte ich mich letzten Mittwoch auf die Liste setzen lassen und bekam gleich am nächsten Morgen den Anruf, dass ich nachmittags zum Impfen kommen könnte. Das Ganze ging dann ohne größeren Zeitaufwand vonstatten. Der Bürokratieaufwand bestand darin, dass die Apothekerin mir fünf oder sechs Fragen zu meinem Gesundheitszustand gestellt hat, meine Antworten auf einem Fragebogen angekreuzt hat und dann zack, hatte ich schon die Spritze im Arm. In der Nacht zu Freitag bekam ich Kopfschmerzen und etwas erhöhte Temperatur, den Freitag über war ich schlapp und habe die meiste Zeit des Tages im Bett bzw. auf dem Sofa verbracht, was ja auch mal ganz schön ist. Ab Samstag ging es dann schon wieder so einigermaßen, und heute bin ich wieder voll fit, sozusagen. Ich denke mal, die Wahrscheinlichkeit, dass nach der Impfung irgendwelche schlimmeren Folgen auftreten, ist wesentlich geringer als die Wahrscheinlichkeit, beim Verlassen der Apotheke von einem der Hohlköpfe, die dort vor der Apotheke in der Tempo-30-Zone mit 80 Km/h entlangbrettern, umgenietet zu werden.

Die Weinstöcke überall treiben schon heftig aus. Zum Glück haben sie in den kalten Nächten wohl keine Schäden davongetragen.

Ach ja, und die Ara. Jedes Jahr das gleiche. Zwei, drei Monate lang legt sie ihre blauen Eier, dann ist Schluss damit, und sie hockt auf den Eiern der anderen Hühner. Und wird höchst giftig, wenn man ihr die Eier wegnimmt. Heute morgen, als ich sie fotografiert habe, hat sie sogar mein Handy attackiert.

Ab morgen fallen hier einige Beschränkungen weg, so benötigen wir z.B. keine “Passierscheine” mehr und dürfen uns wieder frei im Land bewegen, allerdings immer noch nur bis 19 Uhr. Aber immerhin. Atlantik, wir kommen!

Kommentare (6)

  1. Es freut mich, dass das mit Ihrer Impfung geklappt hat, wir haben hier nach Terminsuchenmarathon auch schon die erste Impfung hinter uns mit ähnlichen Symptomen. Und unsere Trauben zwischen den Häusern sehen ebenfalls so aus.
    Danke für den immerzu gern gelesenen Beitrag.
    Liebe Grüße aus Karlsruhe
    Britta

  2. Gratulation zur Impfung. Das meine ich ganz ehrlich. Ich freue mich über jeden der geschützt ist vor COVID-19.

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