Gestern haben wir Jacques das erste Mal in die große weite Welt hinausgelassen. Es hat ihm offentsichtlich gut gefallen. Hier gibt es ja jede Menge Gebüsche, unter denen man verschwinden kann (zumindest wenn man ein kleiner Kater ist), das hat er weidlich ausgenutzt. Irgendwann kam er dann auch ziemlich freiwillig wieder mit rein. Abends durfte er nochmal raus, und auch da gab es keine Probleme, ihn wieder mit reinzunehmen.
Heute morgen und am späten Nachmittag war er auch wieder mit draußen – und dann irgendwann verschwunden. Ich bin auf den Balkon gegangen, um zu schauen, ob er auf der Straße herumläuft, und habe gleichzeitig telefoniert, da hörte ich ihn auf einmal schreien. Er hatte mich wohl reden gehört und machte sich nun bemerkbar. Leo und ich sind in den Garten gegangen und haben ihn gerufen, er antwortete auch, so dass wir ihn orten konnten: Er saß in einer der Hängeweiden ziemlich weit oben.
Leo hat eine Auszieh-Leiter geholt und ist hochgeklettert. Er kam auch auf die Höhe von Jacques (so ungefähr 5 Meter hoch) und konnte ihn zwar packen, aber der blöde Kater hat sich so in den Ästen festgekrallt, dass es nicht möglich war, ihn rauszuziehen.
Von unten sah das Ganze ziemlich dramatisch aus.
Dann hat Leo sich etwas kratzsicherer angezogen und zunächst mal versucht, ihn in einen Karton mit Keksen drin zu locken, was nicht geklappt hat. Ich bin anschließend auch noch die Leiter hochgeklettert und Jacques ließ sich zwar bereitwillig von mir kraulen, aber zu packen gekriegt habe ich ihn nicht.
Zu guter Letzt ist Leo nochmal die Leiter hoch und hat es tatsächlich geschafft, das Katertier zu packen und mit ihm die Leiter herunterzuklettern – nicht ohne einige Kratzer im Gesicht davonzutragen. Undankbares Viech.
Brüno saß derweil unten im Gras und hat alles beobachtet. Wenn ich ihn richtig verstanden habe, hat er sowas ähnliches gemurmelt wie «Lasst ihn ruhig bis übermorgen da sitzen, ich esse seine Portionen mit».