Hühneralltag

Die Hühner haben die ersten Tage nur in der Voliere verbracht und haben nun Ausgang in ihrem Gehege. Morgens nach dem Aufstehen lässt Leo sie raus. Es ist nicht einfach, alle auf ein Foto zu bekommen, denn inzwischen kommen sie alle angelaufen, wenn man das Gehege betritt – sie wissen schon, dass es dann meistens irgendwas Leckeres gibt.

In der Voliere steht immer Körnerfutter für sie bereit, aber sie bekommen auch Reste aus der Küche. Manches wird vorher gekocht, z.B. Kohlblätter, Kartoffel- oder Möhrenschalen, da es sonst schwer verdaulich bis giftig ist oder nicht roh gegessen wird. Altes Brot wird eingeweicht, in Milch wird es sehr gern gegessen. Crevettenschalen oder Fischabfälle sind Delikatessen. In diesem liebevoll zubereiteten „Eintopf“ hier sind auch noch Petersilie, Brennesseln und Gemüse.

Den Eintopf gibt es dann vormittags. Er wird auf diverse Schüsseln verteilt, aber es scharen sich immer gerne alle Hühner um eine Schüssel. Dann schnappt sich oft eine etwas besonders Gutes, rennt damit weg und alle anderen hinter ihr her. Als ob nicht genug da wäre.

Inzwischen fressen auch fast alle aus der Hand, außer den zwei Araucana und dem Hahn.

Der Earl ist sehr sangesfreudig, und er kräht viel melodischer als die anderen Hähne hier in der Nachbarschaft. Früher, als wir noch nicht auf dem Dorf wohnten, dachte ich, Hähne krähen nur frühmorgens, wenn der Tag beginnt. Seitdem wir hier leben, weiß ich, sie krähen auch frühmorgens, wenn der Tag beginnt.

Manchmal rennt ganz plötzlich ein Huhn wie ein geölter Blitz in den Stall und gackert dort laut vor sich hin. Nach einer Weile kommt sie wieder raus, und im Pondoir liegt ein Ei.

Anfangs haben wir höchstens mal ein Ei am Tag gefunden, inzwischen sind es drei bis vier pro Tag, und wie man sieht, ist auch ein grün-blaues Araucana-Ei dabei! Ostern kann kommen! Anfangs hatten ein paar Eier ganz dünne Schalen, fast durchscheinend – das waren wohl die Erstlingswerke.

Das Hühnergelände ist durch ein Netz geteilt. Wenn die erste Hälfte des Geländes zertrampelt und abgefressen ist, kommen die Hühner in die andere Hälfte, so dass die erste sich wieder erholen kann.

Die Hühner haben ein überdachtes Staubbad bekommen. Mittlerweile nutzen sie es auch gerne. Dieses Foto entstand allerdings am ersten Tag, als sie nach draußen durften, da haben sie in jedem Maulwurfshügel ein Staubbad genommen. Einen eigenen kleinen Kompost haben sie auch bekommen, links auf dem Bild zu sehen. Und einen Stuhl :rolleyes:

Unter den Büschen lässt sich gut Mittagsruhe halten.

Earl schlägt mit den Flügeln. Oft schnappt er sich danach eine von den Hühnern. Aber manchmal rennen auch alle vor ihm weg.

Coucou de Rennes, die mal stillgehalten hat für’s Foto …

… und mit ihrer Schwester von hinten.

Eine der zwei Cendrée.

Araucana.

Die zweite Ara. Ist etwas farbintensiver als Nummer eins und hat immer noch keinen Kamm.

Abends gehen sie tatsächlich von alleine in den Stall. Mit bislang einer Ausnahme, da lief eine noch draußen herum. Ich konnte sie aber überzeugen, jetzt schlafen zu gehen. Die kleine Ara sitzt jeden Abend in der Stalltür und schaut raus. Manchmal sitzt sie auch so, dass ich sie reinschieben muss, um die Klappe zu schließen. Vorher lässt sie sich immer am Hals kraulen. Anschließend schaue ich durch das Pondoir und zähle, ob auch alle da sind. Meist quetschen sich fünf bis sechs auf die Stange, auf der der Hahn sitzt. Die kleine Ara schläft offenbar als einzige unten, nicht auf einer Stange. Zumindest flattert sie nicht hoch, solange man zuschaut.

In der Nachbarschaft gab es kürzlich auch neue Hühner. Anfangs hatten sie ein paar Steine mit Wellblech obendrauf als Stall, inzwischen eine befestigte Version. So etwas ist halt der Normalfall, und nicht Leute wie wir, die überhaupt erstmal knapp sieben Jahre brauchen, um die Idee der Hühnerhaltung umzusetzen, die meterweise Hühnerliteratur im Regal haben, die sich über Vor- und Nachteile der Deep-Litter-Methode Gedanken machen, die einen solchen Hühnerstallpalast Brett für Brett zusammenbauen, die den Hühnern Leckereien kochen, sie aus der Hand fressen lassen, sie am Hals kraulen, sie ewig lange beobachten und Unmengen von Fotos von ihnen machen. Ja, wir wissen, dass wir etwas verrückt sind.
In diesem Sinne: Frohe Ostern!

Nummer 9: Earl of Sussex

Heute morgen war ich unterwegs, um diesen Karton abzuholen. Wenn man genau hinschaut, erkennt man etwas durch das Loch :smile:

Hier ist der Inhalt, ein paar Minuten nach dem Auspacken: ein Sussex-Hahn. Unsere Tierärztin hatte uns gesagt, dass, wenn wir einen Hahn haben wollen, wir keinen kaufen sollen, da es ständig Leute gibt, die einen Hahn loswerden wollen – z.B. wenn sich ein Nachwuchs-Hahn nicht mit dem alten verträgt. Letzten Freitag rief eine Mitarbeiterin aus der Praxis bei uns an, um zu sagen, dass eine Kundin einen Hahn abzugeben hat, einen „Süssex“, wie sie sagte :smile: Glücklicherweise kamen dann vorgestern die Hühner, so dass zeitlich alles ganz gut passte und der schöne Hahn nicht im Kochtopf landen musste. Und da es ja ein Sussex ist, heißt er nun Earl of Sussex. (So viel zum Thema: wir geben den Hühnern keine Namen.) Wie man hört, hat er gleich nach dem Einzug gerufen „Hallo, jetzt bin ich da“ oder so ähnlich. Die Hühner benehmen sich jedenfalls wie alberne Teenager, gurren die ganze Zeit und zuppeln ständig an ihm herum. (Das Video, das hier zu sehen war, ist nur noch direkt bei YouTube aufrufbar: hier.)

Nach einer halben Stunde hat er dann den Stall verlassen, um sich in der Voliere umzusehen. Damit ist er der erste, denn von den Hühnern hatte sich noch keins herausgetraut. Jetzt ist aber auch ein Araucana draußen, dann werden die anderen wohl auch demnächst nachkommen.

Hühner!

Gestern war es so weit! Morgens mit den Hühnern aufgestanden, allerdings noch ohne Hühner, und eine Runde mit den Hunden im Wald gedreht.

Dann ging es zu dem Hof, den unsere Tierärztin empfohlen hatte, wo Getreide und Tiernahrung verkauft werden, und auf Bestellung auch „volailles démarrées“, junges Geflügel, das bereits Eier legt.

Wir hatten im letzten Monat schon Hühner bestellt. Hier sind sie, bereits ins Auto verladen. Zwei in der großen Hundebox, zwei im Karton, und je zwei in den Katzenboxen, die hinter dem Karton und dem Futtersack stehen.

Zuhause angekommen, konnte der Einzug beginnen. Als erstes zwei „Rouge“, rotbraune Hühner, die gut legen sollen. Im weiteren Verlauf des Tages tat sich eine der beiden dadurch hervor, dass sie ständig die kleineren weghackte und sehr deutlich die Bedeutung des Wortes „Hackordnung“ demonstrierte.

Dann zwei Coucou de Rennes, ebenfalls angeblich gute Eierleger.

Und zwei von dieser Sorte, Poules Cendrées, was soviel heißt wie aschfarben. Sie sind grau, und der Rand der Federn ist etwas dunkler grau als das Innere. Sieht sehr hübsch aus. Und angeblich legen auch diese fleißig.

Hier, bei dem rechten Cendrée, sieht man sehr schön, dass sie sogar graue Beine haben.

Und dann, auf Anregung meiner Tochter, zwei Araucana. Diese sind ihr in Südamerika begegnet, oder zumindest deren Eier, die dadurch auffallen, dass sie blau-grün sind! Außerdem haben sie keine Schwänze. Ich hatte vorher schon viel im Internet herumgesucht und eigentlich die Hoffnung aufgegeben, dass wir hier überhaupt solche Hühner bekommen. Befruchtete Eier wären möglich gewesen, irgendwo im Norden Frankreichs. Umso erstaunter waren wir dann, dass es diese Hühner auf dem Hühnerhof in der Nähe gibt.

Die beiden Araucana haben sich gestern dadurch hervorgetan, dass sie ständig gefuttert haben. Sie sind auch die kleinsten von allen, also haben sie es wohl nötig.

Ihr Schnabel ist stärker gebogen als die Schnäbel der anderen Hühner, und dadurch, dass sie fast noch keinen Kamm haben, sehen sie etwas adlerähnlich aus.

Vor dem Einzug der Hühner sah alles sehr ordentlich aus …

… und im pondoir lagen Fake-Eier, die zum Eierlegen anregen sollen.

Aber offensichtlich hatten die Hühner eine andere Vorstellung davon, wie es in ihrem Stall aussehen soll. Nachmittags war das Futter umgeworfen, die Plastikeier flogen überall herum, ebenso wie die Zeitungen, die unter dem Stroh im pondoir gelegen hatten.

Zum Abend hin wurden dann auch die Sitzstangen genutzt.

Und die Hunde fragten sich, wann es denn nun endlich den Hühnerbraten gibt.

Heute morgen hätten die Hühner dann in die Voliere gedurft. Wir haben eine Dreiviertelstunde blöd am Stall herumgestanden, um zu sehen, wer als erste herauskommt. Aber es kam überhaupt keine raus. Einschlägige Hühnerliteratur sagt, das kann schon mal ein paar Stunden dauern. Also müssen wir wohl warten.

Schnee!

Es hat tatsächlich geschneit! Das ist von heute Nacht liegengeblieben …

… und hier, jetzt gerade, wildes Schneegestöber! Leo ist rausgegangen, um einen Schneemann zu bauen, und ich werde heute nachmittag die Hunde vor den Schlitten spannen. Heissa! :smile2:

Und das Wasser draußen ist auch gefroren. Gestern wehte so ein eisiger Wind, dass mir beim Spazierengehen fast die Ohren abgefallen sind.

Das Tor zum Hühnergelände ist einbetoniert. Letzte Woche hat mir unsere Tierärztin, bei der ich mit Gaston zur jährlichen Impfung war, eine Adresse von einem Geflügelhof in der Nähe genannt. Die Chancen stehen gut, dass nächsten Monat Hühner einziehen werden.