Anfang dieses Jahres wurde uns im Gemeindebrief angekündigt, dass unsere Straße erneuert wird. Im Februar standen dann solche Baustellen-Schilder auf der Straße. Am Parkplatz beim Sportplatz wurden jede Menge Absperrgitter, Schilder und Baumaterialien deponiert.
Ende März ging es bei uns vor dem Grundstück los. Zwischen Straße und Hecke war vorher ein Grasstreifen, der war eines Tages weg – und Leo freute sich, dass er dort nicht vorher noch das Gras gemäht hatte, wie er es eigentlich vorgehabt hatte.
Nicht nur das Gras wurde entfernt, auch eines unserer Abwasserrohre war hinterher kaputt. Als Leo einem der Bauarbeiter sagte „Sie haben unser Abwasserrohr kaputt gemacht“, sagte dieser „Ja“ und ging weiter. Das nimmt einem dann erstmal den Wind aus den Segeln. Der nächste, den er ansprach, sagte aber, das würden sie reparieren.
Daraufhin wurden unsere Abwasserrohre rosa markiert – das hätten sie ja auch vorher schon machen können.
Bei den Bauarbeiten ging es so zu, wie das wohl überall üblich ist: Drei stehen rum und quatschen und lachen, einer steht rum und raucht, einer fährt mit dem Bagger hin und her. Der Baggerfahrer machte seinen Job offensichtlich noch nicht so lange, denn ein anderer schrie ihm ständig zu „Vorsicht, die Mauer“ oder „Achtung, die Hecke“.
Manchmal sind monströse Geräte vorbeigefahren, die unser Haus wackeln ließen. Dieses hier hat die Erdoberfläche abgetragen und durch den langen Rüssel in den LKW geschüttet, der vorausfuhr. Nach einer dieser Aktionen funktionierten Internet und Telefon nicht mehr, auch nicht in der Nachbarschaft. Das kannten wir ja schon, dass Straßenbauarbeiten einen Telefonausfall mit sich ziehen. Und man kann das auch positiv sehen, denn wenigstens wurde nicht auch noch der Strommast umgenietet. Ich habe den Ausfall bei unserem Telefonanbieter gemeldet, und die teilten mir mit, dass ich in einer Filiale als Ersatz ein Gerät abholen kann, das uns mit Internet versorgt. Seitdem wir den Telefonanbieter gewechselt haben, müssen wir nicht mehr bis nach Bordeaux fahren, um solche Angebote wahrzunehmen, sondern nur noch bis ins benachbarte Lesparre. Was wir taten. Wir bekamen eine kleine Box, ungefähr so groß und halb so dick wie eine Zigarettenschachtel. Sie war genial, alle Geräte ließen sich per Wlan verbinden, und die Internetverbindung war mindestens so schnell wie sonst. Wir hätten die Box ersatzweise für zwei Monate behalten können, aber nach zwei Tagen war alles schon wieder repariert.
Die Bauarbeiten wurden immer gespannt beobachtet.
(Der Telefonmast hier, von dem aus die Telefonleitung zu unserem Dachgiebel geht, kommt später auch noch mal vor.)
An einem Tag wurden diese Bordsteinkanten gemacht. Das sind keine fertigen Betonteile, die dort hingelegt werden, sondern sie werden gegossen und kamen aus dem LKW, wie weihnachtliches Gebäck aus dem Spritzbeutel mit entsprechender Tülle vorne.
Am Tag, bevor dieses Foto entstand, klopfte ein Bauarbeiter an unsere Tür und sagte, wenn wir die nächsten Tage unser Auto benutzen wollten, dann sollten wir es vom Grundstück fahren. Da bei uns ja überall Baustelle war, stellten wir es hinter der nächsten Kreuzung auf die Wiese. Hätte er uns nicht informiert, hätten wir am nächsten Tag unseren lieben Besuch nicht vom Flughafen abholen können, zumindest nicht ohne weiteres.
Hier wurde der Straßenbelag abgetragen. Anschließend wurde so eine Art Rollsplit auf der Straße verteilt. Mit einem LKW, der, damit der Rollsplit runterfällt, seine Laderampe hochgestellt hatte.
So sah das aus. Und ja, wenn die Laderampe hochgestellt ist, dann ist der obere Rand des Fahrzeugs höher als die Telefonleitung. Gaston fing auf einmal im Wohnzimmer an, wie wild zu bellen, und als ich nachschaute, was er mir mitteilen wollte, sah ich, dass er die Telefonleitung ankläffte, die vor dem Fenster baumelte. Ich rannte also raus auf den Balkon und habe rumgeschrieen. Fünf Männer mit Warnwesten und Schutzhelmen starrten mich von unten an. Da keiner etwas sagte, ging ich wieder rein und habe Leo berichtet, was los war. Er ging raus, einer der Männer entschuldigte sich und sagte, er hätte schon irgendwo angerufen, und das würde wieder repariert. Als am nächsten Nachmittag, letzten Freitag, noch nichts passiert war, habe ich nochmal einen Typ angesprochen, der mit einem Bagger unterwegs war und Absperrgitter einsammelte. Der rief den „Chef“ an, der auch sofort kam, sich die Leitungen anschaute und sagte, Montag morgen würden sie es reparieren. Ich war etwas skeptisch und fragte, ob einer von denen auf unser Dach klettern wollte, um die Leitung wieder anzubringen, und er antwortete, ja. Bis heute ist noch nichts passiert, daher habe ich jetzt das Ganze beim Telefonnetz-Betreiber gemeldet, das kann man per Internet erledigen, mit Foto und Nummer des Telefonmasten, die auf einem Schild am Mast steht. Es kam auch recht schnell eine Antwort. Bis zum 21. Juni soll es repariert werden.
Ich hoffe, dass sich in der Zwischenzeit keine Vogelschwärme auf der Leitung niederlassen, denn sie hängt nur noch an einem sehr dünnen Kabel.
Und die Gegenseite am Telefonmast sieht auch nicht viel besser aus.
So sieht die Straße zur Zeit aus. Mal sehen, was noch alles passiert.
Und jetzt noch der aktuelle Eier-Lagebericht: Das ist momentan unsere tägliche Eier-Ernte. Eins der Hühner legt Monstereier, dieses große hier wiegt 96 Gramm! Wie man sieht, ist nur ein grünes Ei dabei. Das liegt daran, dass die kleine Araucana IMMER NOCH brütet. Sie war ja von Anfang an ziemlich speziell.
Und noch ganz was anderes, das richtet sich an all diejenigen, die die Blogbeiträge per eMail abonniert haben, die also immer eine Nachricht bekommen, sobald hier etwas Neues erscheint: Ich stelle wegen der neuen Datenschutzgrundverordnung die Art und Weise, wie diese Benachrichtigungen funktionieren, nun um. Deshalb bekommen heute alle bisherigen Abonntentinnen und Abonnenten eine zusätzliche Mail. Und wer bislang noch kein Abo hat, aber auch gerne bei jedem neuen Beitrag benachrichtigt werden möchte, füllt einfach das Formular auf der Seite Abonnieren? aus.