WmdedgT – Mai 2020

Was machst du eigentlich den ganzen fünfzigsten Tag der Ausgangssperre, das fragt Frau Brüllen wie immer am fünften Tag eines Monats. Viel war das heute nicht. Zumindest nicht viel Gescheites.

Nach dem üblichen Morgenprogramm habe ich größere Mengen Stoff zugeschnitten. Ich hatte ja für Carol, die örtliche Krankenschwester, Stoffmasken genäht. Diese Carol hat einen Cousin, der sich in den Kopf gesetzt hat, unseren ganzen Ort mit Stoffmasken zu versorgen (auch deshalb, weil von Seiten der Gemeindeverwaltung absolut gar nichts in der Richtung passiert). Und mich haben sie gefragt, ob ich auch mitnähen mag. Blöd wie ich bin, habe ja gesagt. Gestern hat Carol mich mitgenommen zu einem Treffen, bei dem kurz besprochen werden sollte, wie alles abläuft. Außer uns beiden waren noch vier Leute dort, zwei Näherinnen, der besagte Cousin und ein Ehemann einer der Näherinnen. Wie viele insgesamt mitnähen, ist nicht so richtig klar, aber wohl nicht mehr als sechs oder sieben. Die beiden, die da waren, nähen offenbar in einem unglaublichen Tempo und haben schon mehrere Hundert fabriziert. So schnell bin ich nicht, aber Carol meinte, das ist ja kein Näh-Wettbewerb, und jeder macht das, was er bzw. sie schafft. Trotzdem fühle ich mich nun ein wenig unter Druck, möglichst schnell viele Masken zu nähen.

Wenn man unter Druck ist, passiert ja meist irgendein Scheiß, und so war das dann mittags. Wir haben ein Mikrowellen-Backofen-Kombigerät, darin hatte ich ein Brot aufgebacken, und gleich anschließend Milch für unseren mittäglichen Kaffee aufgewärmt. Dadurch, dass der Ofen durch das Aufbacken schon sehr heiß war, war die Milchkanne nach dem Milch-Erhitzen heißer als sonst – sie war so heiß, dass ich sie mit einem Aufschrei losgelassen habe, und sie fiel auf die gläserne Türklappe des Ofens, kippte um, und die Milch ergoss sich über die Klappe auf den Fußboden. Gaston war hellauf begeistert und hat den Part des Fußbodenreinigers übernommen. Ich war nicht so begeistert, als ich versucht habe, die Türklappe zu reinigen, denn die Milch war durch die schmalen Schlitze, die in der Klappe sind, in ihr Inneres gelaufen. Ich habe ewig lange Zeit damit verbracht, immer wieder Spülwasser hinterherzukippen und die Klappe dann zu schließen, damit das Wasser wieder rausläuft. Das Ganze war eine ziemliche Sauerei, aber die Milch ist leider nicht komplett verschwunden, so dass wir nicht mehr richtig durch die Glastür in das Innere des Ofens schauen können. Dann ist das jetzt halt so. Mal sehen, wie die Milchreste nach ein paar Tagen aussehen werden.

Der abendliche Spaziergang war dann wenigstens noch ganz schön. In dem hohen Gras hinter unserem Grundstück findet man die Hunde kaum wieder.

Und das ist alles, was ich heute vorzuweisen habe – ich glaube, so wird das so bald nix mit den 2200 Masken:

Heute morgen habe ich das erste Mal mit Bewusstsein gelesen, was auf unserer Waage im Bad steht – das erklärt wohl vieles:

Kommentare (4)

    • Die Milch hat sich ja gut ausgebreitet auf den Fliesen und war dann schnell abgekühlt, da konnte er sich nicht mehr verbrennen.
      Ja, das wird schon mit den Masken, die anderen sind ja sehr schnell :rolleyes:

  1. Oh, du Pechpilz :ohmy:
    Kann man die innere Glasscheibe nicht heraus nehmen oder die ganze Klappe ausbauen?
    mir war mal eine Milchpackung im Kofferraum ausgelaufen und der war mit Teppich ausgeschlagen. Ich habe das nicht ausreichend ausgewaschen bekommen und es hat noch Ewigkeiten nach Kotze gestunken. Hoffentlich passiert das mit den Milchresten bei euch nicht 🙈🙈🙈

    • Nein, da kann man nichts aus- oder auseinanderbauen. Aber so langsam scheint die Milch zu verschwinden, und riechen tuts auch nicht, gottseidank!

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