Une tablette

Auch hier in Frankreich gibt es diese holländisch klingenden Versender von Pflanzen, Blumenzwiebeln, Sämereien und sonstigem Grünzeug. Ständig sind von denen Kataloge im Briefkasten – die ich mir aber auch ganz gerne anschaue. Das gibt manchmal nette Ideen und Anregungen. Wenn man da bestellt, gibt es natürlich auch immer jede Menge Geschenke dazu. Kürzlich z.B. stand dick und fett vorne auf dem Katalog “Ihr Geschenk: eine Gartenmöbelgarnitur aus Holz, bestehend aus einem Tisch, acht Gartenstühlen, zwei Liegestühlen und zwei Pflanzenübertöpfen, das Ganze im Wert von 1.200 Euro!” Wow, ist das nicht einfach unglaublich! Wenn man dann den Katalog durchblättert, findet man irgendwo die Modalitäten dazu (und zwar so klein gedruckt, dass ich das kaum mit Leos Lesebrille entziffern konnte): Nicht jeder bekommt so eine Gartenmöbelgarnitur, es wird auch nicht ausgelost, sondern der Gewinner wird durch ein Punktesystem ermittelt. Die Punkte setzen sich aus den Buchstaben des Vor- und Nachnamens zusammen, und zwar gibt A 1 Punkt, B 26 Punkte, C 2 Punkte, D 25 Punkte usw. bis zum Z, das 14 Punkte erhält. Die besten Chancen hat also, wer Bdbdbdbd Dbdbdbdb heißt. Wer dann Fhfhfhfhf Hfhfhfhf heißt, ist zweiter und kriegt nur noch die Liegestühle. Wenn zwei Leute Bdbdbdbd Dbdbdbdb heißen, wird das Punktesystem auch noch auf die Adresse angewandt. Wer leider irgendwelche ganz normalen Namen hat, kriegt aber auf jeden Fall so einen Holz-Pflanzenübertopf. Also ziemlich hohl, das Ganze. Diese Gartenmöbelgarnitur hätte ich sowieso nicht haben wollen. Anders sah es dann schon aus, als der nächste Katalog vorne drauf “Une tablette tactile” versprach, einen Tablet-PC. Für solch einen Technik-Schnickschnack bin ich ja meist zu haben :m-blush: Ich habe den Katalog von vorne bis hinten durchgeblättert und nach ähnlich blödsinnigen Gewinn-Modalitäten wie bei den Holzmöbeln gesucht, aber da war nichts. Man sollte einfach nur ankreuzen, dass man diese «tablette» reservieren möchte. Noch nicht mal bestellen müsste man, aber dann hätte man die «tablette» erst nach drei Monaten bekommen. Hmmm. Also da waren ja schon schöne Sachen in dem Katalog, Pflanzen, die ich in Gartenmärkten noch nie gesehen hatte, und auch gar nicht mal teuer… Also habe ich zwei Teile bestellt – und natürlich angekreuzt, dass ich die «tablette» haben will. Kurz darauf kam auch ein Päckchen mit den zwei Teilen, und mit einem Schreiben, in dem stand, dass die Reservierung für meine «tablette» eingegangen sei, und um sie zu bekommen, müsste ich einfach nur auf dem beiliegenden Bestellzettel ankreuzen, dass ich sie nun wirklich haben will. Natürlich würde ich sie auch bekommen, wenn ich nichts bestelle, aber dann erst in drei Monaten. Hmmmmmm. Inzwischen war ich einfach neugierig, was sie sich wohl im nächsten Schreiben einfallen lassen würden, um einen nochmal zu vertrösten – und außerdem wollte ich sowieso noch zwei Sachen aus dem Katalog haben und habe also nochmal bestellt. Diesmal hat es dann ewig gedauert, bis eine Lieferung kam, ca. zwei Wochen. Als ich den Karton aufgemacht habe, glaubte ich meinen Augen kaum, denn außer den zwei bestellten Sachen war auch ein Karton drin – la tablette tactile! :m-yahoo: La tablette tactile Neu und unbenutzt, mitsamt Etui, 7 Zoll groß, Fabrikat Gonomad. Noch nie gehört. Die ersten Versuche mit dem Teil verliefen dann nicht ganz so wie erwartet. Von meinem kleinen Samsung-Smartphone kenne ich es, dass man nur ganz leicht über den Bildschirm streicht, und es tut sich was. Nicht so bei der «tablette», da muss man mehrmals heftig streichen und mit dem Finger noch heftiger draufdotzen, ehe sich was tut. Also nicht wirklich tactile. Außerdem ist das Teil unglaublich laaaangsaaaam, der vollgeladene Akku war nach zweieinhalb Stunden leer, und wenn es denn überhaupt gelang, Apps runterzuladen, ging beim anschließenden Versuch, diese zu starten, gar nichts mehr. Auf der Gonomad-Internetseite war nicht viel hilfreiches zu finden. Dort gibt es aber z.B. für 27 € einen stärkeren Akku zu kaufen. Das Gerät selbst kostet dort 99 €. Auch eine Anleitung für das Gerät kann man da zum Download bekommen – für 4,90 €! Na danke. Ein paar Foren, in denen es um Gonomad geht, habe ich ebenfalls gefunden. In denen wurde offensichtlich, dass wohl kaum ein Besitzer seinen Gonomad gekauft hat, sondern ein Großteil hatte ihn als Zugabe zu einem Zeitschriftenabo bekommen. Wer mal richtig viele böse französische Ausdrücke lernen will, der sollte in diese Foren schauen. Ich habe dort niemanden gefunden, der begeistert von dem Teil ist. Was bemängelt wurde, kam mir bekannt vor: das Ding ist nicht wirklich tactile, unglaublich laaaangsaaaam, Akku ist ruckzuck leer, viele Apps lassen sich nicht starten… Es gibt ja diesen Spruch mit dem geschenkten Gaul, nagut, also NUR negativ ist es nicht. Man kann z.B. gut Sudoku drauf spielen. Und laut Leo auch Solitaire. Und… äh… sonst fällt mir grad nichts nicht Negatives ein. Schade eigentlich, so ein Teil könnte bestimmt Spaß machen.
Aber immerhin, von den gekauften Stauden bzw. Zwiebeln schaut schon das erste Grün aus der Erde.

Was gibt es sonst?

GartenEs sprießt im Garten. Hier z.B. hinter dem Strohfeld sieht man die Kartoffeln.

SpargelIn unserer Nähe ist ein Spargelanbauer, der zum einen Supermärkte beliefert, und bei dem man zum anderen auch frischen Spargel direkt kaufen kann. Vor zwei Wochen hatten wir den ersten, und er war absolut köstlich, genau wie der, den wir heute hatten.

Geburtstags-BrünoBrüno hatte letzten Montag Geburtstag und ist jetzt sechs Jahre alt. Geschenke nimmt er gerne auch noch nachträglich entgegen.

In BordeauxLetzten Samstag haben wir einen Besuch zum Flughafen gebracht und sind anschließend ein wenig durch Bordeaux gebummelt. Es war genauso voll wie Samstags auf der Zeil, und dieser eine Nachmittag hat erst mal wieder gereicht. Auf dem Lande ist es doch schöner :smile:

Kommentare (2)

  1. :lol: , wieviel Punkte gibt es denn bei DBDDHKP UKKU ?
    Und, ich glaube, Du willst nicht wirklich wissen was hierzulande “Gono” ohne mad heißt, haha. Aber was mad im Englischen bedeutet, muss ich Dir ja nicht erklären ;-)
    Ach-ja, könntest Du mir den Link zu dem Forum schicken, – ich muss doch meine Französischkenntnisse noch etwas auffrischen :yes:

    Liebe Grüße, Dorit

  2. Nenenene, so böse Wörter brauchst du gar nicht zu kennen. Nachher sagst du dann noch welche davon im September zum Nachbarn :ohmy:

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